Zeit und Raum

„Freies Lernen, das soll funktionieren?“, „Von selbst geschieht doch nichts!“, „Ist das nicht alles zu wenig strukturiert?“,… Das sind häufige Fragen zu dem an der FSP praktizierten Lehr- und Lernkonzept. Ein schönes Beispiel, wie – neben unseren vielen Gruppenlernangeboten, Freiarbeit, Projekten und Werkstätten – Lernen, Lehren und Leben an der FSP funktioniert, zeigen diese „Schulterguckbilder“:

Zwei Kinder unserer jüngsten Altersgruppe „Kleine Strolche“ mittags im großen Gemeinschaftsraum, in dem außerhalb im Raum stattfindender Angebotszeiten für alle zugänglich u.a. unser E-Piano steht: Eines der Kinder lernt schon seit längerem Klavier. Ein anderes hört erst den gespielten Klängen zu, möchte dann auch mal probieren. Das „Klaviermädchen“ erklärt dem interessierten Kind die Fingerbelegung. Sie haben die Zeit. Sie haben den Raum. Sie malen gemeinsam Hände auf, erklären, üben. Das „Klaviermädchen“ notiert anhand der erklärten Fingerbelegung ein ganz einfaches Stück ohne Noten. Das andere Kind probiert nun, dieses Stück zu spielen.

Klavier_Schule_FreiesLernen

Die beiden sind ganz beieinander, arbeiten so über einen längeren Zeitraum zusammen. Dabei lernt nicht nur das „Klaviereinsteiger-Kind“ erste Töne; auch das „Lehrerkind“ gewinnt Erkenntnisse und berichtet später: „Die anderen Kinder wollen auch Klavier spielen, aber manche wollen gleich schwere Stücke. Man muss aber erst mal mit einfacheren Sachen anfangen und dann richtig trainieren, sonst klappt es nicht“, und: „Es ist viel schwerer, jemandem etwas beizubringen, als selbst zu lernen!“

Am Abend, zu Hause, erzählen die Kinder vielleicht, sie hätten „den ganzen Tag gespielt“.

– Ist es nicht faszinierend zu sehen, wie lehrreich das Spiel, wie spielerisch Lernen, wie lehrreich Lehren sein kann?